Liedtexte.eu -Ein Wanderbursch mit dem Stab in der Hand
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Heimatlieder




Ein Wanderbursch mit dem Stab in der Hand


(J.R. Vogl)

Kommt wieder heim aus fremdem Land.

Sein Haar ist bestäubt, sein Antlitz verbrannt,
Von wem wird der Bursch' wohl zuerst erkannt?

So tritt er in's Städtchen durchs alte Tor,
Am Schlagbaum lehnt just der Zöllner davor.

Der Zöllner, der war ihm ein lieber Freund,
Oft hatte der Becher die Beiden vereint.

Doch sieh' - Freund Zollmann erkennt ihn nicht,
Zu sehr hat die Sonn' ihm verbrannt das Gesicht. -

Und weiter sich wendet nach kurzem Gruß
Der Bursche und schüttelt den Staub vom Fuß.

Da schaut aus dem Fenster sein Schätzel fromm:
"Du blühende Jungfrau, viel schönen Willkomm!"

Doch sieh! - auch das Mägdlein erkennt ihn nicht,
Die Sonn' hat zu sehr ihm verbrannt das Gesicht.

Und weiter geht er die Straß' entlang,
Ein Tränlein hängt an der braunen Wang'.

Da wankt von dem Kirchsteg sein Mütterchen her:
"Gott grüß euch!" spricht er und sonst nicht mehr.

Doch sieh'! das Mütterchen schluchzet vor Lust:
"Mein Sohn!" und sinkt an des Burschen Brust.

Wie sehr auch die Sonne sein Antlitz verbrannt,
Das Mutteraug' hat ihn doch gleich erkannt.












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copyright © 2007, Carmen Jakel



Textsammlung
Lieder und Gedichte:
Ein Wanderbursch mit dem Stab in der Hand